Are we there yet? http://arewethereyet.de/ Sat, 18 Jan 2020 01:41:24 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.3.2 30796940 Canggu https://arewethereyet.de/2018/09/15/canggu/ Sat, 15 Sep 2018 19:45:28 +0000 http://arewethereyet.de/?p=2910 Bali gilt seit einiger Zeit als das Mekka für digitale Nomaden. Das gute Wetter, die günstigen Lebenshaltungskosten und eine große Anzahl an Coworking-Spaces waren auch für uns ein gutes Argument für einen längeren Aufenthalt. Wir entschieden uns für Canggu an der Westküste, wo wir den nächsten Monat verbringen wollten.

Die ersten Tage auf Bali verbrachten wir damit, unser Leben einzurichten. Ein guter Tipp, um eine günstige Unterkunft zu finden (also nicht Airbnb), waren Facebook-Gruppen für Digitale Nomaden und Wohnungsvermittlern.  Wir posteten unsere Suche und wurden von einigen Leuten angeschrieben, die ganze Villen oder einzelne Zimmer vermieten. Nach einigen Besichtigungen hatten wir uns für die “Villa Nitras” an einer neu bebauten Straßen entschieden. Die Villa war im balinesischen Stil gebaut. Insgesamt gab es vier Häuser: ein “Haupthaus” mit Küche und einen großen Raum im ersten Stock (das wir bezogen). Zwei weitere Häuser am Pool und ein Haus zur Straße hin, wo im Erdgeschoss der Hausmeister wohnte. Der erste Stock gehörte der Besitzerin der Villa, Sandra.
Ein paar Tage später zogen Mitbewohner ein: ein Paar aus den Niederlanden, beide ungefähr in unserem Alter, die auch einen Monat bleiben wollten.

Nachdem wir in die Wohnung eingezogen waren, besichtigten wir den Coworking-Space Dojo. Über zwei Stockwerke konnte man sich hier einen Arbeitsplatz aussuchen. Klimatisierte Räume und Skype-Boothes gab es auch. Und natürlich durfte die Café-Bar und das kleine Restaurant nicht fehlen. In der Mitte des Raumes gab es auch noch einen Pool. Ein ganz schön cooler Ort zum Arbeiten. Wir buchten uns einen Platz für den Monat. Als das geregelt war, klapperten wir noch die lokalen Fitnessstudios ab und entschieden uns schließlich für ein Studio, in der Nähe des Coworking-Spaces.

Unseren Roller bekamen wir von der Villa gestellt und ich bekam sogar meinen eigenen fahrbaren Untersatz. Ohne Roller kam man in Canggu auch nicht weit. Fußgängerwege waren wie immer nicht wirklich vorhanden. Zudem war Canggu kein Ort, wie man es im westlichen Sinne kennt. Eigentlich handelte es sich um eine Ansammlung an Straßen an denen sich Restaurants und Geschäfte befanden. So etwas wie ein Zentrum war nicht vorhanden.

Canggu

Da wir uns den Monat über nicht wirklich aus Canggu hinaus bewegt hatten (außer drei Mal zum Immigrationsbüro für die Visumsverlängerung zu fahren), kann ich über keine großen, interessanten Geschehnisse berichten. Allerdings kann ich euch erzählen, wie wir Canggu und unseren Ausflug in die Welt der digitalen Nomaden fanden. Dafür habe ich eine kurze Pro-und Contra-Liste erstellt.

Pro

Gesundes Essen
Die vielen Hippster-Restaurants bieten gute, gesunde Gericht. Hier muss niemand ohne seinen Kale-Smoothie oder smashed Avocado Toast leben. Die Preise sind allerdings auch um einiges höher, als in den lokalen Restaurants.

Supermärkte
Es gibt einige gut sortierte Supermärkte, die sich auf die Bedürfnisse der westlichen Kunden eingestellt haben. Es war also nicht schwierig, Wurst und Käse und sogar gutes Brot und Müsli zu bekommen.

Das Wetter (natürlich)
Auch wenn es mal den ein oder anderen Nachmittag geregnet hat, war Wetter einfach grandios auf Bali. Es war warm bis heiß und die lange Hose blieb über den kompletten Zeitraum im Schrank.

Arbeitsatmosphäre im Coworkingspace
Auch wenn es anfänglich ein wenig komisch war in einer Art Büro mit Pool zu sitzen, in dem keiner Schuhe trägt und auch mal mit Bikini durch die Gegend läuft, die Arbeitsatmosphäre war angenehm. Die Leute wirkten gut gelaunt, während sie vor ihren Laptops saßen. Die Manager des Coworking-Spaces organisierten regelmäßig Vorträge und gemeinsame Abende. Man konnte sich hier also recht einfach einen Bekannten- oder gar Freundeskreis aufbauen.

Contra

Hipster, überall Hipster
Eigentlich fühle ich mich ja immer ganz wohl, wenn ich einen Hipster-Ort in der Fremde finde. Doch in Canggu war es selbst mir zu viel. Alle Leute waren meeeeegaaa entspannt, hatten mindestens ein Tattoo, waren braungebrannt, ernährten sich gesund, waren erfolgreich und überhaupt toll und so. Die Straßen waren mit Geschäften überseht, die kleine Hipstersachen für viel Geld verkauften. Alles war durchgestylt. Und es wirkte irgendwann wie eine Inszenierung.

Ich fragte mich oft, was die Balinesen wohl davon hielten, dass ihre Stadt von all den Hipstern eingenommen wurde. Die einheimische Bevölkerung wirkte zurückgedrängt auf ein paar Straßen am anderen Ende der Stadt. Dort fand man dann doch noch nach langem Suchen einen normalen Markt, wo die Kokosnuss auf einmal nur noch die Hälfte des Supermarkt-Preises kostete.

Verkehr
Ich hatte es ja schon erwähnt, ohne Roller ging hier nichts. Und jede Person besaß auch einen. Dies führte täglich zu einem Verkehrschaos, besonders an den Hauptstraßen. Mit einem Auto kam man noch langsamer voran, da man im Stau nicht einfach an der Seite vorbeikurven konnte, wie mit dem Zweirad. Zudem war es nicht verboten alkoholisiert mit dem Roller zu fahren. Das war ganz schön verrückt und während der Rush-Hour auch echt unentspannt.

Müll
Wie auf so vielen Inseln in Südostasien hat auch Bali ein großes Müllproblem. Am Strand lag der Müll oft in großen Haufen neben den Surfschulen herum. Das hielt aber keinen Supermarkt davon ab, seinen Kunden die Einkäufe gleich in zwei Tüten übereinander zu packen.

WG-Leben in der Villa

Wir teilten, wie schon erwähnt, unsere Unterkunft nicht nur mit der Besitzerin Sandra, sondern auch mit einem Paar aus Amsterdam.
Sandra stammte aus Hongkong und hatte einen reichen älteren Deutschen geheiratet, der leider vor einem Jahr verstorben war. Nun pendelt sie zwischen Deutschland, China und Bali und war laut eigener Aussage ohne wirkliche Beschäftigung. Sie hatte das Leben einer reichen Witwe auf jeden Fall gut unter Kontrolle. Ihr Fahrer fuhr sie jeden Meter in dem großen SUV durch Bali und eine Weinflasche selbst aufzumachen, kam auch nicht in Frage. Das übernahm immer einer der Angestellten.  Das irritierte mich anfangs etwas. Aber Sandra war auch sehr großzügig und nett und hatte einen freundlichen Umgang mit ihren vielen Angestellten.

Floris war Entrepreneur (seine Worte) und hatte nach dem Verkauf seiner Firma eine Auszeit gebraucht. Seine Freundin Laurie hatte gerade ihr Kriminalistikstudium beendet, wollte aber den Beruf gar nicht ausüben, sondern suchte nach einem Alternativweg um Geld zu verdienen.
Eine spannende Konstellation, könnte man sagen. So richtig viele Gemeinsamkeiten gab es allerdings nicht. Zwei Mal lud Sandra zu einem gemeinsamen Abendessen ein. Und einmal unternahmen wir zusammen mit einer von Sandras Bekannten, die aus Hongkong zu Besuch in der Villa war, einen Tagesausflug zu einem Tempel.
Zur Villa gehörten auch drei männliche Angestellte, von dem einer vor Ort wohnte und eine zusätzliche Haushälterin. Und man darf natürlich nicht die zwei balinesischen Hunde Bobo und Lucky vergessen, die sich bis zu unserem letzten Tag nicht wirklich an uns gewöhnten und ständig bellten, wenn jemand aus seinem Zimmer kam. Alleine war man also eigentlich nie in der Villa Nitras, es war eher wie ein merkwürdiges WG-Leben.

Der Mangel an Privatsphäre war nicht ganz so schlimm für mich, da ich in einer großen Familie aufgewachsen bin, wo man von geschlossenen Türen nicht so viel gehalten hatte (jeder, der zwei Brüder hat, weiß wovon ich spreche).
Für Marc allerdings war es schon etwas unangenehmer bereits ,orgens in der Küche mit vier weiteren Personen seinen Kaffee zuzubereiten. Er war also nicht allzu traurig, als wir nach einem Monat unser WG-Leben wieder hinter uns ließen.
Auch wenn ich die Zeit in Canggu genossen hatte, war auch ich froh, nach einem Monat weiterzureisen. Auf Dauer hatte ich mich hier ein wenig eingesperrt gefühlt. Es gab einfach zu wenig Alternativen und ich sah mich gezwungen, fast täglich die gleichen Strecken zurückzulegen: zum Coworking-Space,  Fitnessstudio, vielleicht noch zum Supermarkt oder ins Restaurant. Das war mir einfach zu wenig Abwechslung und mir fehlte meine Unabhängigkeit.
Trotz allem ist Canggu ein guter Ort, besonders um sich für einige Zeit auf seine Projekte zu konzentrieren und Dinge vorwärts zu bringen.

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Singapur https://arewethereyet.de/2018/09/15/singapur/ Sat, 15 Sep 2018 09:52:31 +0000 http://arewethereyet.de/?p=3033 Eigentlich müsste Marc ja diesen Artikel schreiben. Denn er war auf Anhieb in Singapur verliebt und sehr traurig, dass wir nach 10 Tagen leider wieder abreisen mussten. Ich glaube, das war nicht unser letzter Aufenthalt in diesem verrückten und schönen Stadtstaat.
Die ersten zwei Nächte verbrachten wir im “The Pod”-Hotel im arabischen Viertel. Der Name ist hier Programm, denn es ist ein “Capsule” Hotel, bei dem man nur einen kleinen Raum mit Bett und Tisch zur Verfügung hat und sich das Bad, wie im Hostel, mit den anderen Gästen teilt.

Der Hunger trieb uns nach dem Check-in nochmal raus in die Stadt, obwohl es schon halb zehn Abends war. Die meisten Restaurants hatten schon geschlossen oder die Küche war bereits kalt. Bei einem orientalischen Restaurant bekamen wir noch ein paar Mezze und ein Bier für den Hammerpreis von 50 Dollar! Das waren wohl das teuerste Hummus und Babaghanoush meines Lebens!

Das etwas andere Südostasien

Schon bei der Ankunft war klar, dass Singapur ganz anders war als die Länder, die wir bis jetzt in Südostasien gesehen hatten. Alles lief sehr geregelt ab. Beispielsweise wurden wir an der U-Bahn am Flughafen direkt von einer Dame am Ticketschalter begrüßt, die darin geschult war, Touristen in Windeseile mit Tickets zu versorgen. “Where do you want to go? You need this ticket. Put 5 Dollars here and have a nice trip, bye bye”.  So schnell saßen wir noch nie in der Bahn!
Unser Check-in im “The-Pod” wurde auch nicht von der Rezeptionistin des Hotels durchgeführt, sondern wir wurden an den Check-in Automaten verwiesen.

Die vielen Regeln waren eine weitere Sache, die mir an der Stadt auffielen. An vielen Stellen standen Schilder mit Hinweisen zu Verboten, wie das Wegwerfen von Müll, und den hohen Geldstrafen bei Verstoß.
Das Alkoholgesetz war ein weiteres Beispiel für das strenge Regiment. Es hat ein wenig gedauert, bis wir es wirklich verstanden hatten. Also, ab 22:30 Uhr darf kein Alkohol mehr in den Geschäften verkauft und auch nicht mehr an öffentlichen Plätzen konsumiert werden. In manchen Stadtteilen, wie zum Beispiel Little India und Geylang (da, wo unsere Wohnung war) gibt es zwischen Freitag Abend und Montag Vormittag ein komplettes Alkoholverbot, da es in diesen Stadtteilen im Jahr 2013 zu einem Aufstand kam und sie daher als “Danger Zone” eingestuft wurden. Man sah generell fast keine Menschen an öffentlichen Plätzen trinken. Ich fand das schon schade, denn wir saßen so gerne am Marina Bay und sahen uns die Skyline der Stadt an. Und bei dem Wetter passte auch manchmal ein kühles Bier dazu. Aber man kam sich dann wirklich wie der größte Alkoholiker vor, wenn man da so ganz alleine mit seinem Chang Bier abhing.

Geld sparen in der teuren Stadt

Singapur ist ein sehr teures Pflaster. Um unser Reisebudget nicht zu sprengen und trotzdem Spaß in der Stadt haben zu können, mussten wir an anderen Stellen sparen. Nach zwei Tagen im Hotel, suchten wir uns ein geeignetes Airbnb. Es war zwar immer noch kein Schnäppchen, aber unsere Wohnung im Stadtteil Geylang hatte einen kleinen Fitnessraum und war umgeben von günstigen Einkaufsmöglichkeiten.

Restaurants und Bars waren für unsere Verhältnisse viel zu teuer. Daher aßen wir meist in den sogenannten Hawker Centern. Die Hawker Center entstanden in den 60er Jahren als Problemlösung für die angeblich unhygienischen Zustände der Straßenhändler. Als Alternative baute man halboffene, überdachte Gebäude und brachte dort die Stände unter. Mittlerweile findet man diese in fast jedem Stadtteil und im Untergeschoss der Einkaufszentren. Für 5 Dollar bekommt man hier ein frisch zubereitetes Essen. Die Gerichte sind simpel, super lecker und bieten eine Auswahl an Speisen aus ganz Asien: Schwein mit Reis wie in Hongkong, Suppen, vietnamesische oder thailändische Gerichte, DimSum, etc. Ein frisch gepresster Sugarcane-Saft dazu und wir waren glücklich und satt. Nach einigen Tagen kannten mich schon ein paar Besitzer im Hawker-Center neben unserer Wohnung und grüßten mich freundlich. So was passiert mich noch nicht mal bei unserem Bäcker in Hamburg.

Ach, und dann noch einmal kurz zum Thema Drinks. Die Preise in Bars sind ungeheuerlich hoch. Wenn man mal ein bisschen im Internet darüber recherchiert, findet man zahlreiche Artikel über Happy Hour Möglichkeiten oder Day Drinking, da das günstiger sein soll. Aber das ist nicht so unser Ding. Daher haben wir entweder auf den Alkohol komplett verzichtet, oder günstigeres Bier im Supermarkt gekauft.

Sehenswürdigkeiten

Es ist der Wahnsinn, was es alles tolles in Singapur zu sehen und zu tun gibt. Hier habe ich euch mal eine kleine Auswahl der Dinge zusammengestellt, die wir in der doch eher kurzen Zeit unternommen haben.

Orchard Road

Die Orchard Road ist die Champs Élysée Singapurs. Die Einkaufszentren reihen sich hier wie Perlen an eine Kette. In der Vorweihnachtszeit (also die Zeit unseres Aufenthalts) wurde alles in einen Riesen Weihnachts-Kitsch-Topf gedippt. Die Mischung aus Hitze und Weihnachtssongs an jeder Ecke wirkte ein wenig bizarr, aber wir gewöhnten uns schnell daran und kamen doch tatsächlich in Stimmung.

Sentosa

Eine kleine Insel, die von der Innenstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut erreichbar ist. Im Vordergrund steht hier der Vergnügungspark.

Marina Bay

Unser Lieblingsplatz in Singapur! Über die Esplanade erreicht man nicht nur viele Attraktionen, wie die Helix-Brücke, das Marina Bay Sands Hotel und das Art Science Museum, sondern man hat von dort aus auch einen wunderschönen Blick auf die Stadt. Eigentlich verbrachten wir fast jeden Abend am Wasser und waren glücklich, unseren Lieblingsplatz gefunden zu haben.

Merlion Park

Das Wort Merlion ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus Mermaid und Lion. Das Fabelwesen gilt als Schutzpatron der Stadt. Den Merlionbrunnen kann man in der Nähe des Central Business District beim Wasserspeien beobachten.

Gardens by the Bay

Das Funkeln in Marcs Augen hättet ihr mal sehen sollen, als wir endlich bei Gardens by the Bay ankamen. Das Parkgelände ist riesig und die Supertrees kann man eigentlich gar nicht beschreiben. Man muss sie gesehen haben, um das verrückte Gefühl nachzuempfinden, das man bekommt, wenn man davor steht. Es ist nicht besonders günstig, auf die Plattform hochzufahren, aber das Geld ist es wirklich wert. Auf einer Höhe von 50 Metern kann man von Baum zu Baum gehen und man hat einen großartigen Ausblick auf die Stadt. Wir hatten den Besuch absichtlich so getimt, dass wir bei Dämmerung auf der Aussichtsplattform waren und so beobachten konnten, wie die Lichter der Stadt langsam angingen. Meine Höhenangst wurde nach einiger Zeit auch erträglich (siehe Beweisfotos unten) aber ich war sicherlich nicht so entspannt, wie Marc, der sich einen Spaß daraus machte, meine Angstzustände zu dokumentieren.

Die Vorweihnachtszeit hatte natürlich auch vor dem Park keinen Halt gemacht, ganz im Gegenteil. Um die Supertrees herum war ein kleiner Weihnachtsmarkt aufgebaut. Es gibt eine Musikshow, die täglich zwischen 19.45 und 21 Uhr gespielt wird und zu dem die Lichter der Bäume abgestimmt werden. Diese war im Dezember komplett der Weihnachtszeit gewidmet und wir kamen in den Genuss eines Medleys der größten X-Mas Hits. Die Situation, bei 30 Grad vor den Supertrees zu sitzen, Mariah Carey “All I want for Christmas” trällern zu hören und dann auch noch künstlichen Schnee in Form von Seifenblasen abzubekommen, werden wir sicherlich nicht so schnell vergessen.

Botanic Gardens und National Orchid Garden

Diese beiden Parks liegen nah beieinander und sind auf jeden Fall sehr sehenswert.

Cloud Forest

Die Kombination aus Technik und Natur kann man nicht nur bei den Supertrees bestaunen, sondern auch im Cloud Forest. Dieser künstliche Wald ist in mehrere Stockwerke aufgeteilt und man kann als Besucher, die Vegetation in den unterschiedlichen Höhen nachempfinden. Alleine die hohen Wasserfälle innerhalb des Gebäudes sind schon beeindruckend. Trotz hoher Eintrittspreise sehr sehenswert.

Chinatown

Wie der Name schon sagt, hat Chinatown immer noch eine sehr hohe Dichte an chinesischen Einwohner bzw. Auswanderern. Die Stimmung ist hier auch ein bisschen anders, als in den anderen Stadtteilen Singapurs. Wo findet man sonst einen Platz, an dem ein ganzer Pulk an Männern zusammensitzen und Dame spielen?
In Chinatown steht auch der Buddha Tooth Relic Temple, einer der bekanntesten buddhistischen Tempel der Stadt.

Essen

So, genug über Sehenswürdigkeiten gesprochen. Kommen wir zu unserer Expertise und Lieblinsgeschäftigung. Essen!

Hawker Chan

Was? Ihr kennt Hawker Chan nicht? Das kann ja nicht sein. Im Jahre 2009 eröffnete Chan Hong Meng seinen Stand im Hawker Center in Chinatown. Sieben Jahre später war er der erste Hawker-Stand-Besitzer, der mit seinem legendären Soya Chicken Rice mit einem Michelin Stern ausgezeichnet wurde. Seitdem ist der Andrang natürlich groß und der Stand wurde nicht nur zu einem Restaurant erweitert, mit einer langen Warteschlange davor, sondern “Hawker Chan” eröffnet mittlerweile sogar eine Kette an weiteren Standorten in Asien. Wir fanden das Essen sehr lecker, aber der Trubel nimmt dem Erlebnis leider ein bisschen das Besondere.

Was ist das denn bitte?

Eiscreme + Rainbow-Toast = NOM NOM.
An vielen Stellen der Stadt findet man kleine Straßenstände, die diese Eiscreme, also nicht wirklich Creme, sondern Eisblocks (da sie eher die Konsistenz von Gouda am Stück haben) verkaufen. Man kann aus verschiedenen Sorten (Mango, Vanille, Durian(!), Schokolade) wählen und das Ganze wird dann in eine Scheibe Rainbow-Toast gelegt. 1 Dollar kostet dieser super leckere und verrückte Snack. Wir sind Fans!

Chomp Chomp Barbecue

Umgeben von Business- und Bürogebäude liegt dieses Hawker Center, das Nachts zu einem Barbecue-Traum wird. Ein Stand neben dem anderen verkauft leckere Satay-Spieße und die Hitze scheint niemanden zu stören.

Din Tai Fung

Seit Hongkong sind wir Din Tai Fung Anhänger. Und wenn es ein Restaurant an einem unserer Reiseziele gibt, dann kratzen wir jeden Dollar zusammen, um dort die leckeren Dim Sum essen zu können. In Singapur befindet sich das Restaurant in der Marina Bay Mall. Eine Einkaufspassage, in der man nicht nur shoppen kann, sondern in einem kleinem Fluss sogar seine Einkaufstüten im Boot durch die Gegend fahren kann. It’s a crazy world.

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Myanmar https://arewethereyet.de/2018/09/09/myanmar/ https://arewethereyet.de/2018/09/09/myanmar/#comments Sun, 09 Sep 2018 11:25:34 +0000 http://arewethereyet.de/?p=2922 Dieser Blogpost ist nicht so leicht zu schreiben ohne möglicherweise einige Menschen vor den Kopf zu stoßen, die Myanmar schon bereist haben und von dem Land begeistert sind. Daher bitte ich zu beachten, dass dieser Bericht eine sehr individuelle Meinung in einer recht speziellen Situation darstellt.

Irgendwann mussten wir Bangkok schweren Herzens verlassen. Unser Visum lief aus und wir wollten unseren Reiseplan auch nicht komplett über den Haufen werfen. Also ging die Reise weiter nach Myanmar. Wir hatten schon von Vorhinein ein bisschen Bauchschmerzen gehabt, in ein Land zu fahren mit einer korrupte Regierung, die ihre Bevölkerung an vielen Stellen unterdrückt. In verschiedenen Blogposts fanden wir Tipps, wie man die Regierung umgehen soll, um als Tourist der Bevölkerung helfen zu können.
Aber natürlich gab es auch so viele tolle Berichte von einem Land, das sich nur sehr langsam dem Tourismus öffnet und so noch unerschlossen und nicht komplett überlaufen ist.

Yangon

Wir kamen zum späten Abend in Yangon am Flughafen an. Ein Taxi zu finden war recht einfach und wir teilten uns die Fahrt mit einem weiteren Deutschen, der uns am Ausgang angesprochen hatte.
Ich war wirklich überrascht, wie hoch die Hotelpreise in Myanmar waren. Wir zahlten 40 EUR pro Nacht für ein winziges Zimmer ohne Fenster. Verglichen mit den Preisen in Thailand der Hammer.
Auf dem Weg zum Abendessen bekamen wir einen ersten Eindruck von der Stadt. Die Straßen und Häuser wirkten recht heruntergekommen, es gab zahlreiche Löcher in den Straßen, an vielen Stellen lag Müll rum und es roch nicht besonders gut. Die Straßen waren überseht mit roten Flecken – Spuckreste von dem Betelnuss-Kautabak, der sehr beliebt ist in Myanmar.
Das Restaurant hatte nichts mit der Umgebung zu tun. Es war sehr hübsch eingerichtet und das Essen super lecker. Es schmeckte wie eine tolle Mischung aus der thailändischen und indischen Küche.
Nach dem Essen wollten wir noch im Supermarkt ein Bier kaufen, was allerdings um die Uhrzeit nicht mehr möglich war. Alkohol-Gesetzte sind sehr unterschiedlich von Land zu Land. Und als Deutscher ist man oft überrascht, dass es so viele Einschränkungen gibt.
Naja, dann ging’s halt doch direkt zurück in unser fensterloses Zimmer.

Ein Tag in Yangon

Wir schliefen beide recht schlecht in dieser Nacht und der nächste Morgen startete dementsprechend zäh. Irgendwie drückten wir uns beide ein wenig davor, rauszugehen und die Stadt zu erkundigen. Im Hotel zu bleiben und im fensterlosen (ja, ich betone es hier nochmal) Zimmer zu sitzen, war natürlich auch keine Alternative. Daher rissen wir uns zusammen und starteten erst einmal Richtung Zentrum.
Wir bahnten uns unseren Weg zwischen den Menschen, die an den Marktständen einkauften, zahlreichen bettelnden Mönche und Straßen voller alter Autos und knatternden Bussen. Viele Männer trugen die traditionellen burmesischen Tücher um die Hüften, was wirklich gut aussah. In den Gesichtern hatten sich viele Menschen die traditionelle Creme “Thanaka” aufgetragen, einer gelblich-weißen Pastem die aus Baumrinde hergestellt wird. Die Creme soll vor UV-Strahlen schützen und der Haut ein jüngeres Aussehen verleihen. Also eine Mischung aus Make-up und Creme. Schon lustig, wie unterschiedlich man Kosmetik interpretieren kann. Wahrscheinlich fände man in Myanmar die europäische Variante zu düster (oder so).
Der Trubel, gepaart mit Hitze und den Gerüchen, war uns schnell zu viel. Also suchten wir uns ein kleines Restaurant raus, in dem wir zu Mittag aßen und ein bisschen zur Ruhe kommen konnten.

Shwedagon Pagode

Die Pagode ist wohl eines der bekanntesten Attraktion in Yangon und in ganz Burma. Und ich wollte den Tag nutzen, und mir die Attraktion anzusehen (Marc hatte da eine etwas andere Meinung). Von der Innenstadt hatten wir ein ganzes Stück Weg vor uns, um dort hin zu kommen. Kaum waren wir aus dem Zentrum raus, wurde der Trubel um einiges ruhiger. Viele Fußgänger waren generell nicht unterwegs. Aber wir finden es oft angenehmer, einen Ort zu Fuß zu erkunden, als vom Taxi aus.
Im Tempel angekommen, musste Marc sich erst einmal eine längere Hose anziehen, die er vorausschauender Weise mitgebracht hatte. Man nahm es hier mit den Sitten sehr streng und jeder Besucher wurde erst einmal streng kontrolliert. Eine steile Treppe führte zum Tempel hoch. An beiden Seiten befanden sich kleine Geschäfte, die Bücher, religiöse Schriften und Souvenirs verkauften.
Oben angekommen betraten wir eine surreale Welt. Die Pagode erstrahlte in Weiß- und Goldtönen, der Boden war mit Marmor ausgelegt. Die vielen Gebäude und Tempel versuchten sich gegenseitig mit ihren Goldbeschlägen und Farben zu überbieten. Überall saßen Mönche und betende Menschen, manche überschütteten Buddha-Statuen mit Wasser, was als Opergabe gedacht ist. Irgendwie hatte ich früher immer den Eindruck, dass der Buddhismus eine recht zurückhaltende Religion war und große Prunkbauten eher beim Christentum oder Islam zu finden sei. Dieser Tempel bewies, dass ich eindeutig falsch lag. So viel Gold auf einem Fleck, verrückt.

Was nun?

Jetzt kommt der schwierige Teil des Reiseberichts. Nach unserem Besuch in der Pagode setzten wir uns in ein Restaurant, um über unsere Eindrücke und Gefühle zu sprechen. So ganz gut ging es uns beiden nicht. Marc war der Erste, der es aussprach: “Ich will hier weg. Können wir nicht einfach kapitulieren und weiterfliegen?” Meine erste Reaktion war Widerspruch. Jetzt aufgeben? Einfach einen Plan über den Haufen werfen? Vielleicht auch noch eingestehen, dass wir mit dem Reiseziel falsch lagen? Alles Dinge, die mir nicht leicht fallen.
Es war schwer zu sagen, wieso es uns tatsächlich nicht gut ging in Myanmar. Vielleicht waren wir einfach nicht mehr so auf ein Abenteuer aus, wie die Monate zuvor. Und die Vorstellung, uns jetzt mit viel Anstrengung einen Weg durch das Land zu bahnen, war nicht verlockend. Vielleicht war Myanmar auch eine Nummer zu groß für uns. Oder wir waren einfach übersättigt. Oder alles zusammen.

So oder so, war das Gefühl schon ein wenig merkwürdig, alles abzublasen und einen Weiterflug zu buchen. Als wir dann aber am nächsten Morgen im Taxi zum Flughafen saßen, freuten wir uns auf Singapur und das war ein Zeichen, dass es die richtige Entscheidung war.

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Bangkok Teil 2 https://arewethereyet.de/2017/08/08/bangkok-teil-2/ Tue, 08 Aug 2017 09:12:39 +0000 http://arewethereyet.de/?p=2664 Die nächsten zwei Wochen verbrachten wir wieder in Bangkok. Wir reisten in Thailand nicht weiter und ließen sogar unseren Flug ins nächste Land verstreichen. Vielleicht wundert ihr euch, wieso wir nicht mehr von Thailand gesehen haben und stattdessen in der Stadt hängen blieben. Einen Erklärungsversuch findet ihr in diesem Artikel.

Als wir unsere Weltreise geplant hatten, hatten wir uns fest vorgenommen, keine 12 Monate Dauerurlaub daraus zu machen. Nicht nur Reisen und Abenteuer sollten im Vordergrund stehen, sondern wir wollten uns auch Zeit nehmen für andere Dinge, die zuhause und im Alltag wenig Platz fanden. Endlich Sachen machen, die man schon so lange im Hinterkopf hat, Ruhe für die vielen Bücher finden, die seit Ewigkeiten im Kindle rumliegen. Oder sich Fragen stellen zu können, die man sonst immer gerne wegschiebt.

Nach fast drei Monaten waren wir von diesen Vorhaben relativ weit abgekommen. Wir waren immer noch eher im Erlebnis- und Reisemodus. Dazwischen war wenig Platz für den Ruhe-Teil des Plans. Das wurde uns aber erst so richtig bewusst, nachdem wir unser Apartment in Bangkok bezogen hatten und plötzlich keine Lust mehr empfanden, jeden Tag für Stunden durch die Stadt zu laufen. Was war los? So wirklich viel hatten wir von Bangkok doch noch gar nicht gesehen. Es gäbe doch noch eine Menge zu entdecken.

Routine – wie toll!

Unser Apartment hatte eine kleine Küche mit Mini-Wohnzimmer, einem Pool und ein Fitness-Studio. Ein paar hundert Meter davon entfernt lag ein gut sortierter Supermarkt. Die nächsten Tagen bewegten wir uns relativ genau in einem Radius zwischen diesen Punkten. Wie von alleine entwickelten wir eine Routine, die aus Sport am Vormittag, ein paar Stunden am Pool und Einkaufen bestand. Die restliche Zeit nutzte jeder von uns für Dinge, die man vor sich hergeschoben hatte. Marc bastelte an seinem Portfolio für die vielen Headhunter, die ihn seit Hong Kong mit Jobmöglichkeiten überschütteten. Ich laß ein Buch nach dem anderen, das sich mit so esoterischen Dingen, wie Selbstbestimmung und alternativen Lebenswegen beschäftigten.
Und trotz der vielen günstigen, tollen Restaurants um uns herum, kochte ich fast täglich. Das Kochen hatte mir ganz einfach gefehlt und es machte mich zufrieden, mich wieder selbst verpflegen zu können und nicht jeden Tag essen zu gehen.
Die Tage vergingen, ganz leise und leicht.

Natürlich kam uns manchmal der Gedanke, dass wir etwas verpassen könnten, wenn wir nicht jeden Tag um die Häuser ziehen. Aber als wir nach dem Sport frisch geduscht in unserem Apartment saßen, fühlte es sich einfach gut und richtig an.

Meinen Eltern zu erklären, wieso wir denn bitte keine Bilder mehr auf Instagram posten und stattdessen in unserem Hotel bleiben wollen, war gar nicht so leicht. Vor unserer Reise hätte ich das auch nicht verstanden. Wir wollten einfach keine neuen Eindrücke mehr aufnehmen, sondern uns endlich auf uns selbst konzentrieren. Zeit zu haben für sich selbst ist eben auch ein Luxus.

Ich erkannte, dass auch solche Tagen ein wichtiger Teil unserer Reise war und mindestens genauso bedeutend war, wie neue Länder und Kulturen zu erleben.

PS. Was ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte, ist die Errungenschaft meiner Ukulele. Seit Bangkok beglücke ich Marc also mit meinen Versuchen, dieses Instrument zu erlernen. Er ist sehr begeistert von meinem musikalischen Talent (oder so ähnlich).

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Inselhopping https://arewethereyet.de/2017/08/07/inselhopping/ Mon, 07 Aug 2017 08:53:02 +0000 http://arewethereyet.de/?p=2662 Nach ein paar Tagen in Bangkok machten wir uns auf den Weg zu den thailändischen Inseln. Die Wahl fiel auf Phuket und Ko Samui.

Inlandsflüge sind sehr günstig in Thailand. Wir flogen für ca. 40 EUR nach Phuket und nahmen uns am Flughafen ein Taxi zu unseren Unterkünften. Marc und ich hatten ein Zimmer im etwas miefenden Color Kate Hotel reserviert und Henne war in einem Hotel die Straße weiter untergebracht.
Der Plan war, nicht lange in Phuket zu bleiben und nach unserem ersten Tag in der Stadt war uns allen klar, dass das auch eine ganz gute Entscheidung war. Phuket lag uns nicht so wirklich. Es kam mir so vor, als wär alles, was hier erbaut oder eröffnet wurde lediglich für Touristen entstanden. Die Restaurants, die Geschäfte, der Strand – alles wirkte auf die Bedürfnisse der Ausländer ausgelegt und somit irgendwie künstlich. Im Nachhinein komme ich mir ein wenig naiv vor, dass uns das nicht schon vor unserer Ankunft klar gewesen war.

Nach unserem Check-in liefen wir drei etwas unkoordiniert durch die Straßen auf der Suche nach einem Restaurant, das uns einigermaßen sympathisch vorkam. Zu allem Überfluss hatte ich mir in Bangkok noch eine Magenverstimmung zugezogen, was meiner eher schlechten Stimmung nicht unbedingt half. Nach einigem Hin und Her entschieden wir uns dann doch doch noch für einen Absacker in einer Bar am Meer. Als dort die Touristengruppe aus Russland anfing zu Bob Marley zu singen (oder gröhlen), ließen wir es für den Tag gut sein und kehrten ins Hotel zurück.
Das gute Wetter am nächsten Tag lud zu einem Strandtag ein. Aber auch das war gar nicht so leicht, denn – surprise, surprise – die Strände waren überfüllt von Touristen. Also suchten wir auch hier einige Zeit, bis wir ein Plätzchen fanden, das alle einigermaßen zufrieden stellte. Mein Magen hatte sich immer noch nicht wirklich beruhigt und ich zog es vor, lieber nichts zu essen als ständig eine Toilette am Strand suchen zu müssen. Da saßen wir also und wussten nicht recht was mit uns anzufangen. Jeder hing so seinen Gedanken nach, tippte auf dem Handy rum oder laß.

Ko Samui wird sicher besser

Nach einem weiteren mittelmäßigen Abend ging es am nächsten Tag mit der Fähre weiter nach Ko Samui. Wir kamen am späten Nachmittag an, hatten aber noch keine Unterkunft gebucht. Zunächst grasten wir ein paar Hotels am Strand ab, die aber entweder schon ausgebucht waren oder nicht besonders einladend wirkten. Schlussendlich entschieden wir uns dann für die eine teuerere Variante für die ersten Nächte.
Ko Samui ist eigentlich eine langgezogene Straße, die parallel zum Meer verläuft. Generell war es schon angenehmer hier als in Phuket, aber natürlich immer noch sehr touristisch. Langsam dämmerte es mir, dass wir vielleicht die falschen Vorstellungen von diesen Orten in Thailand oder uns nicht die richtigen Ziele ausgesucht hatten.

Henne schien allerdings gar nicht so unzufrieden zu sein. Er hatte sich ruhige Tage gewünscht, an denen er endlich seine Bücher lesen und in der Sonne abhängen konnte. Und das war hier auf jeden Fall geboten.
Die nächsten Tage verliefen fast identisch ab: ein bisschen Strand, irgendwo in den Restaurants was essen, Abends was trinken gehen und dann wieder vorn vorne. Zwischendrin wechselten wir das Hotel und fanden eine Alternative direkt am Strand. Während Marc und ich das Billigzimmer mit der wunderschönen Ausstattung von genau einem Bett und einem Stinkebad bezogen, hatte Henne wenigstens die Luxusvariante im Mini-Bungalow bekommen.

Meinem Magen ging es immer noch nicht gut und nachdem ich nach jeder Malzeit unter Bauchkrämpfen litt, wurde ich dann doch so vernünftig und ich suchte eine Ärztin auf. Sie verschrieb mir für die nächsten 11 Tage zweierlei Antibiotika und eine strenge Diät mit Reis und Tee – kein Alkohol und fettiges Essen. Wunderbar. Also zogen Marc und Henne alleine um die Häuser und ich verkroch mich in unser Stinkezimmer und bekämpfte alleine die Ameisen und Kakerlaken.

Letzter Tag

An unserem letzten Tag rafften wir uns dann doch noch dazu auf, Roller auszuleihen und über die Insel zu düsen. Ich bekam einen eigenen Roller und Henne fuhr bei Marc mit. Das war vielleicht aufregend für mich. So ganz sicher war ich mir auf dem Teil noch nicht, aber glücklicherweise war der Verkehr sehr ruhig und ich konnte so in aller Ruhe erst mal vor mich hin tuckern. Mit dem Roller über die Insel zu fahren, machte total viel Spaß und wir sahen wirklich schöne Ecken. Wieso waren wir nicht schon früher auf diese Idee gekommen?

Am nächsten Tag flogen wir zurück nach Bangkok und ich glaube, dass wir alle froh waren, wieder zurück in der Stadt zu sein. Aber wenigstens hatte Henne ein paar Tage richtig entspannen können und konnte so mit freiem Kopf wieder zurück nach Deutschland fliegen. Nur wir blieben traurig zurück, denn eigentlich wären wir noch gerne länger mit ihm durch Thailand gereist (nur nicht nochmal nach Phuket).

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Bangkok https://arewethereyet.de/2017/08/06/bangkok/ Sun, 06 Aug 2017 21:38:47 +0000 http://arewethereyet.de/?p=2659 Im Vergleich zu Hanoi oder Saigon kam uns Bangkok fast schon wie ein Kurort vor (ok, leicht übertrieben). Wir waren auf jeden Fall sehr froh, wieder öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung zu haben. Außerdem freuten wir uns auf den Besuch von Henne aus Berlin.

Die ersten Nächte verbrachten wir im Sacha’s Hotel Uno, das sich sich im Stadtviertel Sukhumvit, in nächster Nähe zu dem großen Einkaufszentrum Terminal 21 und vielen Restaurants und Bars befand.
Wir hatten uns noch wenig Gedanken über unsere Reiseroute in Thailand gemacht. Meine Ausrede dafür war, dass wir natürlich auf Hennes Wünsche eingehen wollten. Vielleicht waren wir aber auch einfach faul einen weiteren Plan zu schmieden nach den letzten planungsintensiven Monaten.

Wie beschreibt man Bangkok?

Das ist gar nicht mal so leicht. Bangkok hat natürlich den südostasiatischen Flair, den man erwartet. Überall fahren Roller und Tuk Tuks durch die komplett überfüllten Straßen. Günstiges Essen an Straßenständen oder in kleinen Restaurants ist leicht zu finden. Und es fehlt ganz sicher nicht an Tempeln oder farbenfrohen Märkten.
Aber da ist noch eine andere Seite der Stadt. Die mit den großen aufgeräumten modernen Einkaufszentren und all den westlichen Marken. Die mit den hippen Restaurants und Bars, wo das Leben plötzlich nicht mehr so günstig ist, wie alle immer behaupten.
Und dazwischen gibt es noch so viele weitere Facetten, die man so schwer in Worte fassen kann. Schwierig für mich war es, die vielen blutjungen Prostituierten auf den Straßen zu sehen, die jedem Mann hinterher liefen. Oder an den vielen Mütter vorbeizugehen, die mit ihren kleinen Kindern um Geld bettelten.
Natürlich darf auch die Party- und Backpacker-Szene nicht vergessen werden. Sie füllt ganze Straßen mit jungen und weniger jungen Menschen, in Aladin-Hosen mit Elefanten-Muster und T-Shirts mit dem Chang-Logo. Die Bier-Bong gehört wahrscheinlich genauso dazu, wie das übertrieben angetrunkene Lachen.
Zu dem allen mischte sich während unserer Aufenthaltzeit noch die Trauer der Bevölkerung ob des Todes ihres Königs. Ein Trauerschleier, den ich als Ausländer mit einer gewissen Skepsis und gleichzeitig Bewunderung betrachtete. Keine U-Bahn-Fahrt ohne die bedrückende Musik und die Bilder des verstorbenen Monarchen. Große Abbildungen an jeder Straße mit Fotografien und Danksagungen seiner Bevölkerung, die sich zu einem Großteil tatsächlich komplett schwarz kleidete.
So richtig einordnen konnte ich Bangkok nicht. Diese Mischung war so vielfältig, dass ich eine neue Schublade in meinem Kopf kreieren musste. Oder vielleicht sollte ich die Schubladen besser komplett abschaffen?

Was macht man in Bangkok?

Sicherlich kann man sehr viel mehr sehen, als wir während unseres Aufenthalts. Aber wir waren mit folgender Auswahl ganz zufrieden:

Wat Pho
Die Hauptattraktion in diesem buddhistischem Tempel (Wat) ist der liegende Buddha. Diese 46 Meter lange goldene Statue soll das Übertreten des Buddha ins Nirvana nach seinem Tod darstellen.

Rund um den Tempel befinden sich zahlreiche Türme, Chedis genannt. Sie sind die thailändische Variante der Stupa, buddhistische Heiligenstädte. Buddha findet man an jeder Ecke, meist in Form von nebeneinander gereihten Statuen.

Chinatown
Enge Straßen, Straßenstände und Geschäfte mit Bergen an Plastikbilligwaren – so könnte man Chinatown beschreiben. Anfang des 20. Jahrhunderts ließ sich hier die chinesische Bevölkerung Thailands nieder. Noch heute findet man eine hohe Anzahl von Chinesen in diesem Viertel. Für mich war das ein Teil der Stadt mit dem meisten Flair. Es hat sehr viel Spaß gemacht, sich durch die Straßen treiben zu lassen, Märkte anzuschauen und natürlich leckere Dinge zu essen.

Flower Market (Pak Khlong Talat)
Pak Khlong Talat ist der wichtigste Blumenmarkt in Bangkok. Nick und Allison, die wir in Vietnam kennengelernt hatten, gaben uns diesen tollen Tipp. Die strahlenden Farben der tausenden Blumen, die hier täglich vor allem für religiöse Zwecke verkauft werden, sucht seinesgleichen. Neben Blumen gibt es auf dem Marktgelände natürlich auch Lebensmittel und viele viele Ananans zu kaufen.

Bootsfahrt über den Chao Pray

Auch sehr empfehlenswert ist eine Bootsfahrt in Thailand.  Wir taten dies vom Fährenterminal Tha Thien aus. Auf der anderen Seite des Flusses befand sich der Arun Tempel, auch Tempel der Morgendämmerung genannt. Ein paar Meter weiter konnten wir dann ein Boot nehmen, das den Fluss Richtung Zentrum hinabfuhr. Ein Ticket bekamen wir an Bord bei einer Frau, die vor jeder Haltestelle rumging und bei den Leuten kassierte, die aussteigen wollten. Wir hatten auf keinen Fall die gemütliche Touristenschifffahrt gebucht, sondern befanden uns eher auf der Alltagsfähre. Das merkte man daran, dass bei jedem Halt die Passagiere rein- und rausgetrieben wurden. Keine Zeit für Trödeleien! Wir fanden es aber wesentlich besser als jede Touri-Bootsfahrt.

Khao San Rd
Khao San Road ist das Backpacker-Paradies in Bangkok. 400 Meter geballte Hostels, Bars, Restaurants und Markstände, die alle auf die Bespaßung der Touristen ausgelegt sind. Noch bekannter wurde die Straße durch den Film The Beach. Unsere Welt war das nicht so ganz, obwohl ich Henne wirklich gerne dazu gebracht hätte, ein Chang-Shirt zu kaufen. Am meisten irritiert hatten mich die Männer, die uns Tickets für Ping-Pong-Shows verkaufen wollten. “Das hat nicht wirklich viel mit Tischtennis zu tun”, erklärte mir Henne. Es handelt sich dabei um eine Show, bei der Frauen alle möglichen Dingen zwischen ihre Beine verschwinden lassen und wieder hervorholen. Das Ganze ist sehr umstritten und in ein paar Bereichen in Thailand sogar verboten.

Was gibt’s zu essen in Bangkok?

Es erstaunt euch sicher nicht, wenn ich sage, dass thailändisches Essen gigantisch lecker und Bangkok eine Oase von tollen Restaurants und Essensständen ist. Hier ein paar unserer Highlights:
Khaotom Bawon
Kurz Gesagt: Gutes thailändisches Essen für wenig Geld. Hier haben wir zum ersten Mal Durian-Eiscreme gegessen. Nach den ersten zwei Löffeln hatte man sich an den etwas merkwürdigen Geschmack gewöhnt und dann schmeckte es wirklich gut!

Roast

Dieses hübsche Restaurant befindet sich in der tollen Einkaufspassage “The Commons”. Es gibt dort zwar kein original thailändisches Essen, aber es war trotzdem sehr lecker.

Soul Food Mahanakorn
Mein Lieblingsrestaurant in Bangkok. Hier standen ganz außergewöhnliche thailändische Gerichte auf der Karte. Die geräucherte Aubergine mit Enteneiern, Koriander, Minze und Bacon war mein Favorit.

Above Eleven
Etwas versteckte Skybar mit einem gigantischen Ausblick auf die Stadt. Man sollte sich nur nicht von den vielen schicken Leuten irritieren lassen.
Nudelhaus in Ekkamai (ตือฮวนอรุณวรรณ)
Tolle Nudelsuppe oder der Klassiker Reis mit Schweinefleisch für wenig Geld.

Kenshin Izakaya
Entspannte Sake-Bar mit nettem Interieur. Es gibt kleine japanische Gerichte und große Bierkrüge.

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Phu Quoc [fu: uõk] https://arewethereyet.de/2017/08/06/phu-quoc/ Sun, 06 Aug 2017 20:49:09 +0000 http://arewethereyet.de/?p=2255 Zum Abschluss unserer Vietnamreise verbrachten wir ein paar entspannte Tage auf der Insel Phu Quoc. Aber erst mal mussten wir dort hinkommen, was gar nicht so einfach war.

Noch ein bisschen Aufregung gefällig?

Als wir Can Tho am frühen Morgen verließen standen wir vor einem kleinen Problem. Wir hatten zwar Busticket zum Hafen in Ha Tien, aber weder online noch telefonisch konnten wir Plätze für die Fähre nach Phu Quoc reservieren. Daher mussten wir darauf vertrauen, vor Ort noch ein Ticket zu bekommen. Der Bus fuhr uns merkwürdigerweise nicht direkt bis zum Hafen, sondern hielt irgendwo in der Stadt. Es dauerte natürlich nicht lange, bis sich eine Vielzahl an Taxifahrern um uns scharrten, die uns alle zum Schiff bringen wollten. Marc ließ sich aber nicht beirren und fand heraus, dass es nur ein paar Hundert Meter zu Fuß dorthin waren.
Am Hafen fragten wir als erstes beim Schalter nach Tickets. Aber dort wurde uns gesagt, dass keine Tickets verkauft wurden. Stattdessen standen viele Männer um uns herum, die uns alle Karten andrehen wollten. Ich fragte den Mitarbeiter hinter dem Schalter, ob ich von diesen Männern die Karten kaufen sollte und er nickte nur kurz. Na gut, dachte ich mir. Die müssen es ja schließlich wissen. Zögerlich gab ich einem der Männer unsere Reisepässe, als er danach verlangte. Er schnappte sich beide und verschwand damit zur Tür hinaus. Mir rutschte das Herz in die Hose! Wo war der denn jetzt mit unseren Pässen hin? Wieder reagierte Marc sofort und flitzte dem Kerl hinterher. Ich blieb ratlos neben unseren Taschen stehen. Ein paar Minuten später kam er wieder zurück – unsere Pässe in der Hand. Puh! Marc meinte, dass der Mann gar nicht mit den Pässen abhauen wollte, sondern, dass der Verkäufer sie anscheinend für die Tickets brauche. Warum er das unbedingt vor der Tür machen musste, war uns allerdings schleierhaft. In der Zwischenzeit hatte ich von einem deutschen Paar erfahren, dass sich das eigentliche Ticketbüro gar nicht hier am Hafen, sondern ein paar Straßen weiter befand. Da uns die Erfahrung mit dem Verkäufer ganz schön erschreckt hatte, beschlossen wir, doch lieber zu dem Büro zu laufen und die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Der Verkäufer ließ allerdings immer noch nicht locker. Er fuhr die ganze Strecke auf seinem Roller neben uns her, nannte uns immer wieder den gleichen Preis für ein Ticket und bestand darauf, dass wir die doch bei ihm kaufen sollten und nicht am Ticketschalter.
Im Ticketbüro drängelte er sich vor uns und erzählte der Frau am Schalter irgendetwas auf Vietnamesisch. Wir versuchten, uns davon nicht beirren zu lassen. Nach einigem Hin und Her, verkaufte sie uns dann doch zwei Karten. Und jetzt kommt das Merkwürdige: der Preis war exakt der gleiche, wie der des privaten Verkäufers! Bis heute verstehen wir nicht, wie die Leute damit ihr Geld verdienen und wie das Verhältnis zwischen dem offiziellen Ticketbüro und diesen Männern am Hafen ist.
War uns dann auch egal, denn wir waren heilfroh sowohl unsere Pässe als auch Tickets nach Phu Quoc in den Händen zu halten.

Freedomland

Auf Empfehlung eines Freundes hatten wir uns ein Zimmer im Freedomland Resort gebucht. Das Hotel wirbt damit, ganz anders zu sein, als die vielen Ressorts auf der Insel. Es liegt versteckt im Dschungel und soll eine Einheit mit der Natur darstellen. Daher sind auch alle Bungalows aus Holz und natürlichen Baustoffen hergestellt. Anstelle von Klimaanlagen gibt es Ventilatoren und Moskitonetze. Internet kann nur in den Gemeinschaftsräumen genutzt werden. Und wer Angst vor Spinnen, Geckos oder weiteren Insekten hat, sollte laut Hotelmanagement seine Wahl lieber überdenken.
Das Abendessen wird mit den auf dem Markt verfügbaren Zutaten zubereitet.  A la Card Speisen gibt es nur Morgens und Mittags. Gegessen wird gemeinsam an einem großen Tisch, um den Austausch unter den Gästen zu erleichtern.
Wir hatten eine tolle Hängematte auf unserem Balkon, was für mich eines der Highlights der Unterkunft war (ich bin ja sehr genügsam). Wenn man sich gründlich mit Moskitospray einsprühte, konnte man es dort stundenlang aushalten.
Nur Nachts die Toilette aufzusuchen, die sich im Freien befand, war ein wenig ungemütlich. Man wusste ja nie, welchem Tier man dieses Mal begegnen würde. Meistens glotzten einem Frösche oder Geckos an während man sein Geschäft verrichtete. Hier übrigens das Geräusch eines Geckos in unserem Zimmer:

Süßes Inselleben

Man kann es nicht anders sagen: wir waren sehr faul während unserer Tage auf der Insel. Wir hingen einfach ein wenig auf dem Zimmer ab, aßen gut, tranken gut und bewegten uns wenig. Marc war der Aktivere von uns beiden. Zwei Mal wurde er als Gastspieler von unserem Chefkoch zum Fußball mitgenommen. Das Resultat war eine angeknackste Rippe und ein blauer Zeh.
Die Gäste im Resort waren alle sehr nett und man kam tatsächlich schnell ins Gespräch. Das lag aber vielleicht auch daran, dass der erste Kennenlerndialog meist identisch ablief und immer die gleichen Fragen gestellt wurden:
Wo kommt ihr her? – Und wo wart ihr überall in Vietnam? – Was hat euch am Besten gefallen? – Welches Tier hattet ihr schon in eurem Zimmer?

Angel-, Schnorchel und Inselausflug

Am dritten Tag unseres Aufenthalts erzählte uns unser Koch, dass er einen Bootsausflug geplant hätte und fragte uns, ob wir mitkommen wollen. Wieso nicht? War ja nicht so, als hätten wir sonst große Pläne gehabt.

Am nächsten Morgen ging’s um 9 Uhr los und nach einem sehr langweiligen Abstecher an einer Perlenfarm kamen wir am Hafen an, wo wir in unser kleines Boot wechselten. Über das Wasser zu heizen und die vielen Fischerboote um uns herum zu beobachten, machte sehr viel Spaß. Das mit dem Fischen war allerdings weniger erheiternd. Unsere Angeln bestanden lediglich aus einer Schnur mit einem Haken dran. Die hängte man dann mit einem Köder ins Wasser und wartete und wartete und wartete. Während unser Koch einen Fisch nach dem anderen aus dem Wasser zog, hatte unsere Gruppe sonst kein großes Glück. Ich glaube, Fischen ist mir einfach zu langweilig oder ich habe zu wenig Geduld.
Auf jeden Fall war ich froh, als wir endlich weiterfuhren und vor einer kleinen Insel mit Schnorcheln ausgestattet wurden. Das Tauchen machte viel mehr Spaß, obwohl die meisten Korallen leider abgestorben waren.
Während wir im Wasser plantschten bereitete unser Koch das Mittagessen vor. Er zauberte uns gegrilltes Hähnchen, Shrimps und Salat.
Nach dem leckeren Essen fuhren wir weiter zu einer weiteren kleinen Insel mit traumhaftem Strand. Das Wasser war glasklar und der Sand strahlend weiß. Hier hätte ich stundenlang bleiben können. Allerdings merkten wir langsam, dass die Sonne ganz schön stark war und wir trotz Sonnencreme überall rote Stellen bekamen. Daher beschlossen wir bald, dass es Zeit für die Heimfahrt war.

Im Hotel wurde uns dann das Ausmaß des Tages erst so richtig bewusst. Jeder von uns hatte sich einen mega Sonnenbrand geholt. Die Hotelmanagerin versorgte uns netterweise mit Aloe Vera Pflanzen, um die schlimmsten Stellen zu behandeln.
Die nächsten Tage waren, wie gesagt, sehr ruhig und erholsam. Es regnete ein paar Mal, aber dank unseres Sonnenbrands war das auch nicht weiter schlimm.

Tạm biệt Việt Nam

Die Tage auf Phu Quoc waren ein toller Abschluss unserer Vietnamreise. Der Einstieg nach Südostasien fiel uns nicht so leicht (siehe Hanoi), aber in den vier Wochen hatten wir das Land, die Leute und das Essen zu lieben gelernt. Beim nächsten Mal würde ich mir mehr Zeit nehmen und viel langsamer reisen um noch mehr von der Kultur und den Menschen mitzubekommen. Heißt also, wir kommen wieder!

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Mekong Delta https://arewethereyet.de/2017/08/06/mekong-delta/ Sun, 06 Aug 2017 20:07:40 +0000 http://arewethereyet.de/?p=1170 Für die nächsten 48 Stunden war volle Action im Mekong-Delta angesagt. Viel Schlaf hatten wir nicht, dafür erlebten wir wunderbare Moment mit tollen Menschen und lernten eine Menge über Land und Leute in Vietnam.

Can-Tho

Mit dem Bus fuhren wir 4 Stunden in die Stadt Can Tho im Mekong Delta. Hier hatte ich uns ein Zimmer im Chambres D’Hôtes MEKONG-LOGIS gebucht, einer kleinen familiengeführten Unterkunft. Eigentlich hatte ich das Hotel nur wegen der sehr gut bewerteten Mekong-Tour ausgewählt, die von der Tochter des Hotelbesitzers organisiert wurde. Und eines kann ich schon vorab verraten: unsere Erwartungen wurden keinesfalls enttäuscht.
Am Busbahnhof in Can Tho lernten wir ein Paar aus New York kennen. Nick war Amerikaner und Allison kam aus Frankreich. Beide waren ungefähr in unserem Alter und zu unserer Überraschung stellten wir fest, dass sie im gleichen Hotel untergebracht waren, wie wir. Während wir im Minibus dahin gebracht wurden, erzählte uns Nick, dass sie am Abend eine Streetfood-Tour machen würden und – spontan wie wir nun mal sind – beschlossen wir uns anzuschließen.
Nach einer sehr netten Begrüßung in unserem Hotel erklärte uns unser Tourguide Linh den Plan für den nächsten Tag, was wir alles machen und sehen würden, wie wir wo hingebracht würden und so weiter. Allerdings blieb von ihren Schilderung nur die Ansage hängen, dass es um 5:45 morgens los gehen würde. Puh – ganz schön früh.

Rattenfleisch und der beste Sticky Rice in ganz Vietnam

Wir machten uns nach der Begrüßung noch schnell frisch und schon ging es weiter zur Streetfood-Tour. Zusammen mit 4 weiteren Personen (zwei Belgiern, einer Französin und einem Amerikaner) führte uns unser Guide, dessen Namen ich leider vergessen habe, durch einige Restaurants. Wir probierten Sommerrollen mit gegrilltem Schweinefleisch, frittierte Muffins mit Meeresfrüchten und Hot Pot mit Schwein und Rattenfleisch (!). Zum Schluss gab es an einem winzigen Straßenstand noch den besten Sticky Rice in ganz Vietnam (meiner Meinung nach).

Während wir die tollen Sachen probierten, erzählte uns der Guide ein paar Dinge über die vietnamesischen Essgewohnheiten. Zum Beispiel fahren Vietnamesen Mittags immer nachhause, um mit der Familie zu essen. Deswegen dauert die Mittagspause auch meist zwei Stunden. Das Frühstück gibt’s an einem der Streetfoodläden und besteht zumeist aus einer Nudelsuppe. Außerdem erklärte er uns die Geschichte der vietnamesische Sprache. Folgendes habe ich mir merken können. Da der Ursprung der Sprache aus dem Chinesischen kommt, wurden anfänglich chinesische Schriftzeichen verwendet. Als die Franzosen begannen Vietnam zu kolonialisieren, überführten sie diese Schriftzeichen ins lateinische Alphabet. Das Schwierigsten an der Sprache ist die Intonation. Identische Wörter mit unterschiedlicher Betonung haben eine komplett unterschiedliche Bedeutung. Das Problem ist, dass das lateinische Alphabet für diese feinen Unterschiede nicht ausgelegt ist. Daher werden im Vietnamesischen so viele Akzentzeichen eingesetzt, um die Details der Intonation abzubilden. Verrückt, oder?

5 Uhr morgens in Can Tho

Am nächsten Morgen war es also so weit: 5 Uhr morgens aufstehen, 5:45 rauf auf die Roller und die ca. 20km zum schwimmenden Markt zurücklegen. Obwohl es noch sehr früh war, war bereits so einiges los auf den Straßen. Glücklichweise fuhr Marc den Roller und ich konnte mich entspannen.

Der schwimmende Markt

In Can Tho gibt es insgesamt zwei schwimmende Märkte: der etwas größere Markt Cai Rang, der von Touristen belagert wird und der Kleinere Phong Dien, den sich Linh für unsere Tour ausgesucht hatte. Unser Boot wartete bereits am Flussufer auf uns und wir reihten uns in den Trubel der Marktboote ein. Linh erklärte uns, dass hier Lebensmittel in großen Mengen für Restaurants und Hotels verkauft werden. Als wir uns über die geringe Anzahl an Schiffen wunderten, die hier ihre Waren anboten, meinte sie, dass der schwimmende Markt bereits am Aussterben sei. Die meisten Einkäufer wechselten mittlerweile zu den normalen Märkten in der Stadt, da der Transport der Güter über Land einfacher geworden sei.

Keine Tour ohne Markttreiben

Nach dem Besuch auf dem schwimmenden Markt war es erst mal Zeit für Frühstück. Linh brachte uns in ein kleines Restaurant, wo sie Nudelsuppe für uns bestellte. Sie schmeckte super lecker und ich konnte nachvollziehen, wieso Asiaten dieses Frühstück gut fanden. Zwei vietnamesische Kaffee später waren wir wach(er) und satt und Lihn zeigte uns den lokalen Markt. Er unterschied sich nicht groß von dem in Hoi An, aber es wird mir einfach nicht langweilig, die Menschen zu beobachten und viel zu viele Bilder zu schießen. Wir kauften ein paar Früchte und Linh hatte eine Menge Spaß daran, uns lebende Schlangen in die Hand zu drücken, die hier verkauft wurden.

Tempel, Pagode und Wahrsagen

Um uns die vietnamesische Kultur ein bisschen näher zu bringen, führte Linh uns in einen Tempel neben dem Markt. Dort erklärte sie uns zunächst den Unterschied zwischen Tempel und Pagode. In Tempeln werden “realen” Personen gehuldigt, also Königen, Heiligen oder auch mal Naturgöttern. Man findet darin oft Abbildungen und Schriftstücke von den großartigen Taten dieser Personen. Eine Pagode hingegen ist komplett dem Buddhismus gewidmet. Hier wird also nur zu Buddha gebetet. Linh zeigte uns zudem einige Utensilien, die von Vietnamesen genutzt werden, um sich Antworten über ihre Zukunft geben zu lassen (aka Wahrsager-Zeugs).

Generell glauben viele Vietnamesen an diese Art, sich ihr Schicksal vorhersagen zu lassen und suchen deswegen Wahrsager auf. Diese erzählen ihren Kunden dann, was bald in ihrem Leben Gutes oder Schlechtes passieren könnte. Möchte man das Gute bestärken bzw. das Schlechte abwenden, zahlt man dem Wahrsager Geld, der dann dafür betet. Linh quittierte diesen Glauben ihrer Landsleute nur mit einem genervten Augenrollen.

Die Vielfalt des Mekong-Deltas

In unserem Boot fuhren wir im Anschluss weiter den Fluss entlang, wo sich vereinzelt Häuser am Flussufer befanden. Zwischendrin stiegen wir aus, um uns das Leben am Mekong-Delta von der Nähe anschauen zu können. In diesem Teil lebte die ärmere Bevölkerung von Can Tho, was man an den kargen Häusern und Einrichtungen erkennen konnte. “Aber alle haben einen Fernseher”, kommentierte Linh das Leben am Fluss. Sie fragte in einem der Häuser nach, ob wir kurz einen Blick hineinwerfen könnten und die etwas ältere Besitzerin öffnete großzügig ihre Tür für unsere neugierigen Blicke. Wir bedankten uns mit einer kleinen Geldspende und erhielten als Gegenleistung eine Mango geschenkt.

Zum Abschluss der Tour fuhren wir durch einen Abschnitt der Flusses, das Linh als ihr Paradies bezeichnete. Und das war es auch: am Ufer entlang wuchsen wunderschöne Palmen, das Wasser war ausnahmsweise sauber und man hörte nichts weiter als die Geräusche der Natur. Jeder von uns durfte dann noch ausprobieren, das Boot zu fahren. Die Paddel mussten dabei mit einer eigenen Technik bewegt werden, was sich als gar nicht so leicht herausstellte.

Gegen 13 Uhr ging’s mit den Rollern wieder zurück in die Stadt, wo uns Linh noch in eines ihrer Lieblingsrestaurants brachte. Gestärkt mit Reis, Fleisch und Gemüse kamen wir gegen 14 Uhr im Hotel an und fielen erst mal totmüde ins Bett.

Hoverboards-Profis (fast)

Ein paar Stunden später wachten wir wieder auf und beschlossen, noch einen Abstecher in die Stadt zu unternehmen. Nick begleitete uns, während Alison doch lieber im Bett bleiben wollte. Wir aßen ein paar kleine Gerichte auf dem Nachtmarkt und suchten nochmal den Sticky Rice Stand vom Vortag auf (es war einfach zu lecker). Auf dem Heimweg kamen wir an einem Platz vorbei, wo einige Jugendliche auf Rollerskates rumkurvten. Zudem konnte man sich dort Hoverboards ausleihen, was die Jungs natürlich auch gleich ausprobieren wollten. 30 Minuten lang wackelten wir kreuz und quer über den Platz. Also ich wackelte, die zwei hatten es relativ bald raus und flitzten um mich herum.

Wir hatten ganz schön viel erlebt in den zwei Tagen und waren auch sehr müde, als wir am nächsten Tag wieder um 6 Uhr rausmussten, um die Fähre auf die Insel Phu Quoc zu nehmen. Aber die kurze Zeit in Can Tho war so reich an Informationen und tollen Erlebnissen, von denen wir immer wieder erzählen.

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Saigon aka Hoh-Chi-Minh Stadt aka HCMC https://arewethereyet.de/2017/07/06/saigon/ Thu, 06 Jul 2017 20:49:51 +0000 http://arewethereyet.de/?p=2109 Saigon ist die größte Stadt Vietnams mit knapp 8,5 Mio. Einwohnern und einer interessanten Mischung aus Moderne, Tradition und Geschichte. Zwischen den typischen vietnamesischen Essenständen und viel befahrenen Straßen findet man moderne Hochhäuser, Einkaufspassagen nach japanischem Vorbild, Luxushotels und edle Restaurants.

Dieses Mal brachte uns das Flugzeug an unser nächstes Ziel. In Saigon angekommen begrüßte uns der vietnamesische Trubel bereits am Flughafen. Vom Minibus aus, der uns zum Hotel brachte, beobachteten wir den dichten Verkehr. Am Fenster sitzend fragte ich mich, ob wir uns jemals an diese Flut an Rollern gewöhnen könnten.
Leider hatten wir nur zwei Tage Aufenthalt in Saigon, an denen das Wetter uns zusätzlich noch einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Bei monsunartigem Regen durch die Stadt zu laufen, war keine so gute Idee. Aber wir machten das Beste daraus. Also weniger Sightseeing und mehr gutes Essen.

Sehenswürdigkeiten

Hier die wirklich kurze Liste an Sehenswürdigkeiten, die wir in Saigon in den Regenpausen ansehen konnten.

Notre-Dame Kathedrale

Die Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Kathedrale befindet sich direkt im Zentrum von Saigon und man kann sie eigentlich gar nicht verpassen. Wenn man Kirchen mag, dann ist das sicher ein tolles Highlight. Bei uns hielt sich die Begeisterung in Grenzen.

Zentrales Postgebäude

Gegenüber der Kathedrale befindet sich das alte Postgebäude. Dieses viktorianische Bauwerk schaut nicht nur von außen toll aus. Uns hat der Innenraum besonders gut gefallen. Man fühlt sich sofort in eine alte Zeit zurückversetzt während man die antiken Telefonzellen und Uhren betrachtet.

Bitexco Finance Tower

Der 262 Meter hohe Turm des Bitexco Finance Towers bietet eine tolle Aussicht auf die Stadt. Der Eintritt kostet allerdings teure 200.000 Dong pro Person. Wer keine Tickets kaufen will, für den gibt es noch einen anderen Weg auf den Turm zu kommen. Im 51. Stock gibt es nämlich eine Bar mit ähnlich gutem Ausblick.
Aber die EON Heli Bar muss man erst mal finden! Auf Nachfrage an der Information wurden wir in das Einkaufszentrum links vom Turm geschickt. Zwei Mal liefen wir die komplette Halle auf der Suche nach einem Aufzug ab. Als wir schon kurz davor waren aufzugeben, fanden wir eine Person am Eingang, die wir um Hilfe baten. Der Mann rief eine Dame herbei, die uns zu einem versteckten Bereich führte, wo sich der richtige Aufzug befand. Dieses Geheimversteck hätten wir niemals alleine gefunden. Im 51. Stock hatten wir einen tollen Ausblick und investierten unser Geld lieber in ein überteuertes Bier, als in das normale Ticket.

Jetzt zum Wichtigsten: Essen

Ich hatte es ja schon einmal geschrieben: gutes Essen gibt es in Vietnam überall. Die Küche ist sehr lecker und abwechslungsreich. Und in Saigon war die Auswahl an tollen Restaurants noch größer, als in den anderen Städten. Hier ein paar unserer Highlights.

Ngoc Chau Garden

So viele tolle Gerichte standen auf der Karte in diesem sympathischen Restaurant, dass uns die Wahl sichtlich schwer fiel. Vielleicht hatten wir deswegen viel zu viel bestellt.

L’USINE

Ok, ich geb’s ja zu. L’Usine ist nicht wirklich ein vietnamesisches Restaurant, sondern eher ein Hipster-Café. Aber manchmal brauche ich einfach eine kleine Dosis davon. Im unteren Bereich kann man schöne Kleidung und Gegenstände kaufen. Im ersten Stock befindet sich das Café. Hier bestellten wir ein viel zu teures Sandwich und Lachsnudeln. Und während ich meinen Flat White trank, hätte ich mir fast einbilden können, in Berlin zu sein und nicht in Vietnam.

Quán Ụt Ụt

Ut Ut heißt Oink Oink auf Vietnamesisch. Das verwundert einem nur so lange bis man dieses Restaurant betritt. Hier dreht sich nämlich alles ums Grillen, um Fleisch und das Grillen von Fleisch. Im Erdgeschoss stehen die gigantisch großen Grillgeräte, in den über viele Stunden das Fleisch bis zur Perfektion gegart wird. An den langen Bänken auf den zwei Etagen finden sich Familien und Freunde zusammen, um sich die großen Portionen schmecken zu lassen.

 

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Reunification Express und Hoi An https://arewethereyet.de/2017/03/29/hoi-an/ Wed, 29 Mar 2017 04:06:50 +0000 http://arewethereyet.de/?p=1140 Nach den ersten Tagen im Norden von Vietnam zogen wir weiter südlich. Der Reunification Express brachte uns langsam und gemächlich in die malerische Stadt Hoi An.

6 Stunden Bus + 13 Stunden Zug

Der nächste Tag war komplett dem Reisen gewidmet. Zunächst unternahmen wir wieder die Kombination Bus-Fähre-Bus-Bus um zurück nach Hanoi zu kommen. Dort hatten wir noch ein paar Stunden Aufenthalt bevor um 19 Uhr der Nachtzug nach Hoi An abfahren sollte. Eigentlich hätte man für wenig Geld auch das Flugzeug nehmen können und wäre in unter einer Stunde dort angekommen. Allerdings fand ich den Gedanken mit dem Nachtzug durch Vietnam zu tuckern total spannend und freute mich auch schon seit Tagen darauf. Marc hatte die Tatsache, dass wir 16 Stunden unterwegs sein würden bis kurz vor der Abreise komplett verdrängt. Als wir am Bahnhof saßen, dämmerte es ihm langsam und er beschwerte sich ganz bitterlich über meine Schnapsidee. Leider zu spät, jetzt musste er mit mir da durch (hihi).

Reunification Express

Der Begriff Reunification Express ist ein wenig irreführend, da kein vietnamesischer Zug diesen Namen öffentlich trägt. Man kann es eher als einen Hinweis auf die Wiedervereinigung des Landes sehen, da die Strecke die Städte Hanoi mit Saigon verbindet. Die komplette Route ist 1.726 km lang und hat eine Reisezeit von ca. 32 Stunden.
Tickets für den Zug zu bekommen war übrigens recht einfach. Man kann entweder am Bahnhof in Hanoi Karten kaufen oder online bei der vietnamesischen Zuggesellschaft reservieren und die Tickets dann am Bahnhof abholen. Ich hatte mich für die zweite Optionen entschieden und uns die unteren Betten in einem Vierer-Schlaf-Abteil ergattert. Es gibt verschiedene Klassen in dem Zug mit unterschiedlichen Komfort-Levels. Die unbequemste Variante sind die Abteile mit Holzbänken, gefolgt von Soft-Sitzern und Schlafwaggons. Bei den Schlafabteilen hat man die Wahl zwischen 6- oder 4-Bett-Abteilen.

Die oberen Betten unseres 4er-Abteils wurden von zwei jungen Amerikanern besetzt, die wir nur beim Ein- und Aussteigen zu Gesicht bekamen. Nicht mal auf Toilette mussten die beiden in den vielen Stunden Zugfahrt. Bevor es losging, besorgten wir uns noch Proviant: Banh Mi Sandwiches, Frühstück, Süßigkeiten, Wasser und eine extra große Packung Taschentücher. Wozu die? Meine Pechsträhne nahm kein Ende und ich bekam an diesem Tag eine böse Erkältung. Die ganze Nacht schniefte ich vor mich hin, was mir irgendwann ein bisschen unangenehm wurde. Trotz allem war die Fahrt erstaunlich angenehm. Marc konnte sich im Bett sogar komplett ausstrecken und so ganz gut schlafen.
Am nächsten Morgen besorgte ich uns erst einmal vietnamesischen Kaffee mit süßer Kondensmilch aus dem Speisewagen am anderen Ende des Zuges. Auf dem Weg dahin konnte ich die oben beschriebenen Zugklassen begutachten. Mann, war ich froh, dass wir uns für die 4er-Bett-Variante entschieden hatten. Die restlichen Klassen sahen wirklich nicht sehr bequem aus.

Zwischen der Stadt Hue und unserer Haltestelle Da Nang kam dann der schönste Teil der Strecke. Der Zug schlängelte sich ganz langsam an der Küste entlang den Berg hoch. Die Landschaft war traumhaft schön und ich verbrachte die zwei Stunden am Fenster stehend, die Kamera und das Handy in der Hand und konnte mich gar nicht mehr einkriegen. Genau so hatte ich mir das vorgestellt! Und selbst Marc musste zugeben, dass die Fahrt viel Spaß gemacht hatte (ha!).

Von Da Nang nach Hoi An

In Da Nang angekommen stiegen wir trotz Zurufe zahlreicher Taxifahrer am Bahnhof (“Hello, hello! Taxi, hello!”) in einen Minibus Richtung Hoi An. Obwohl ich vorab recherchiert hatte, dass ein Ticket 20.000 Dong kosten sollte, bestand der Busfahrer auf den Preis von 50.000 Dong. Selbst nach einigen Versuchen, mit ihm zu verhandeln, blieb er hartnäckig. Zähneknirschend gab ich ihm das Geld und ärgerte mich die komplette Fahrt darüber, dass wir so abgezockt wurden.

Das Problem in Vietnam ist, dass nirgendwo Preise angeschrieben sind. Weder auf Märkten, was man aus anderen Ländern ja kennt, noch an Bussen und nicht Mal in Supermärkten. Das hat zur Konsequenz, dass eigentlich jeder Verkäufer oder Busfahrer wahllos Preise aufrufen kann. Gut für das Geschäft, schlecht für Touristen. Beim Einkaufen kann man sich ja auch noch umdrehen und wieder gehen. Aber was macht man in einem Bus, den man ja unbedingt nehmen muss, um von A nach B zu kommen?
Der Bus brachte uns bis zum Busbahnhof in Hoi An und wir liefen die restlichen Meter zu unserem Hotel. Da ich immer noch recht verschnupft war, beließen wir es an diesem Tag mit einem kurzen Abendessen und einem kleinen Abstecher in die Altstadt. Dort war es sehr angenehm, denn Abends sind Roller in dem alten Stadtteil verboten. Man konnte sich also endlich als Fußgänger frei bewegen.

Ruhige Tage in der Stadt

Hoi An ist bei den meisten Leuten für zwei Dinge bekannt: Schneidereien, in denen man sich maßgeschneiderte Kleidung für wenig Geld anfertigen lassen kann und eine große Auswahl an Kochkursen. Zu unserer Freude kam noch ein weiterer positiver Aspekt dazu: ein sehr hübscher Strand. Nach einer kurzen Stärkung bei Madam Khan mit einem leckeren Banh Mi, radelten wir mit unseren Leihrädern die paar Kilometer zum Meer.

Wir hatten in Hanoi von einem netten Banh Mi Verkäufer den Tipp bekommen, in die Soul Bar zu gehen. Der Tipp war gold wert. Man konnte dort in entspannter Atmosphäre auf großen Liegen den Tag verstreichen lassen, einen kühlen Drink zu sich nehmen und beobachten, wie langsam die Sonne unterging. Uns gefiel es dort so gut, dass wir gleich zwei Mal hierher kamen, um ein bisschen am Strand abzuhängen und zu „arbeiten“, also zu programmieren und Blog-Posts zu schreiben.

Vietnamesischer Kochkurs

Für unseren dritten Tag in Hoi An hatte ich uns einen Kochkurs bei Green Bamboo gebucht. Wir wurden morgens um 8 Uhr direkt am Hotel abgeholt. Im Minibus saßen neben der Chefköchin Van auch bereits die anderen Teilnehmer: ein jüngeres Paar aus Deutschland, zwei Ehepaare, die in Hong Kong lebten und aus Neuseeland bzw. Australien kamen und ihre vier Kinder. Im Bus wählte jeder aus einer Liste ein Gericht aus, das er an diesem Tag kochen wollte.
Unser erster Halt war der Markt, wo wir die Zutaten für unsere Rezepte besorgten und uns Van erklärte, wie das Markttreiben in Vietnam funktionierte.

Kaffeepause nach dem Einkaufen.

Die meisten Stände öffneten bereits zwischen 4 und 5 Uhr morgens. Zu dieser Zeit kamen die Lieferanten für die Restaurants um ihre Bestände zu erwerben. Später waren es dann die privaten Haushalte und die ersten Personen auf der Suche nach Pho Bo, der vietnamesischen Nudelsuppe, die man hier zum Frühstück isst. Gegen Mittag war der größte Trubel bereits vorbei. Vor allem Fleisch wurde dann selten verkauft, weil es eigentlich schon zu alt war.
Nachdem wir alles besorgt hatten, machten wir uns auf den Weg in die Kochschule, die gleichzeitig die Wohnung von Van war. Dort warteten bereits 3 weitere Küchenhilfen auf uns, die die Einkäufe entgegen nahmen und die ersten Vorbereitungen trafen. Van reihte uns um einen großen Tisch in der Küche und erklärte, wie unsere Gerichte zubereiten würden. Im Anschluss war jeder mit seinem eigenen Rezept beschäftig, schnippelte und würzte unter Anleitung der Kochchefin. Bis zum Ende des Kurses hatten wir nacheinander diese Speisen zubereitet und geteilt:

  • Sommerrollen
  • Papayasalat mit Shrimps (Marcs Gericht)
  • Rindersalat mit Minze und Zwiebel
  • Mangosalat mit Tintenfisch
  • Hähnchencurry
  • Karamelisiertes Hühnchen mit Ingwer
  • Gedämpfter Fisch mit Schweinebauch und Gemüse (mein Gericht)
  • Gegrilltes Schwein mit Erdnuss-Sauce
  • Nudeln mit Rindfleisch und frischen Kräutern
  • Rindfleischsuppe (Pho Bo)
  • Schweinebauch mit Gemüse

Sobald ein Gericht fertig war, bekam jeder eine kleine Portion zum Probieren. Das summierte sich natürlich und nach den vielen Gängen war jeder pappsatt. Es war sehr interessant einen Einblick in die vietnamesische Küche zu bekommen, v.a. zu lernen wie die einzelnen Geschmäcker (sauer, scharf, süß, salzig) zusammenspielen. Zum Abschluss trank jeder noch einen Macadamia-Schnaps (nom) und wir wurden mit einem Kochbuch und ein paar Küchenutensilien ausgestattet wieder zurück ins Hotel gebracht.

Neue Hosen und leckeres Essen

Marc wollte sich seine kurze Hose nachschneidern lassen, da diese schon recht alt war und der Stoff etwas dünn wurde. Wir wählten dafür die Schneiderei Yaly Couture aus, wo er sich zwei Stoffe aussuchte. Dann wurde noch Maß genommen und für 25 Dollar sollten die neuen Hosen schon am nächsten Tag fertig sein.

Mittags gingen wir ins Restaurant Nu Eatery, das sich etwas versteckt in einer kleinen Gasse in der Altstadt befand. Auf dem Weg dorthin überquerten wir den Fluß über die berühmte japanische Brücke in Hoi An, für die man sogar Eintritt bezahlen musste. Marc bestellte sich Banh Mi mit Pulled Pork und ich Reis mit Hühnchen und gegrillten Okra-Schoten. Das Essen war so lecker, dass wir beschlossen, am nächsten Tag nochmal herzukommen.


Den restlichen Tag verbrachten wir recht entspannt in der Stadt. Wir schlenderten ein wenig über den Markt und zum späten Nachmittag ließen wir uns auf der Dachterasse in einem Restaurant nieder. Dort schlugen wir unsere Laptops auf und arbeiteten ein bisschen weiter. Als es ein paar Stunden später zu regnen begann, flüchteten wir einfach eine Etage tiefer und die Entscheidung, wo wir zu Abend essen war somit getroffen.

Letzter Tag

Und schon war er wieder da, der letzte Tag in Hoi An. Zunächst gingen wir zum Schneider für das “Fitting” der Hosen. Beide schauten wirklich gut aus. Es wurden noch ein paar letzte Anpassungen markiert und Abends hatte die Schneiderei die Hosen in unserem Hotel hinterlegt. Das war vielleicht ein Service! Den Rest des Tages verbrachten wir damit, all unsere Lieblingsplätze in der Stadt noch einmal aufzusuchen: also am Strand in der Soul Bar abhängen und Abendessen im Nu Eatery.
In Hoi An hatten wir uns sehr wohl gefühlt. Die entspannte Stimmung und die guten Restaurants waren ein angenehmer Kontrast zum Trubel in Hanoi. Vielleicht war der Kulturschock aber auch schon überwunden.

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