Bangkok

Im Vergleich zu Hanoi oder Saigon kam uns Bangkok fast schon wie ein Kurort vor (ok, leicht übertrieben). Wir waren auf jeden Fall sehr froh, wieder öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung zu haben. Außerdem freuten wir uns auf den Besuch von Henne aus Berlin.

Die ersten Nächte verbrachten wir im Sacha’s Hotel Uno, das sich sich im Stadtviertel Sukhumvit, in nächster Nähe zu dem großen Einkaufszentrum Terminal 21 und vielen Restaurants und Bars befand.
Wir hatten uns noch wenig Gedanken über unsere Reiseroute in Thailand gemacht. Meine Ausrede dafür war, dass wir natürlich auf Hennes Wünsche eingehen wollten. Vielleicht waren wir aber auch einfach faul einen weiteren Plan zu schmieden nach den letzten planungsintensiven Monaten.

Wie beschreibt man Bangkok?

Das ist gar nicht mal so leicht. Bangkok hat natürlich den südostasiatischen Flair, den man erwartet. Überall fahren Roller und Tuk Tuks durch die komplett überfüllten Straßen. Günstiges Essen an Straßenständen oder in kleinen Restaurants ist leicht zu finden. Und es fehlt ganz sicher nicht an Tempeln oder farbenfrohen Märkten.
Aber da ist noch eine andere Seite der Stadt. Die mit den großen aufgeräumten modernen Einkaufszentren und all den westlichen Marken. Die mit den hippen Restaurants und Bars, wo das Leben plötzlich nicht mehr so günstig ist, wie alle immer behaupten.
Und dazwischen gibt es noch so viele weitere Facetten, die man so schwer in Worte fassen kann. Schwierig für mich war es, die vielen blutjungen Prostituierten auf den Straßen zu sehen, die jedem Mann hinterher liefen. Oder an den vielen Mütter vorbeizugehen, die mit ihren kleinen Kindern um Geld bettelten.
Natürlich darf auch die Party- und Backpacker-Szene nicht vergessen werden. Sie füllt ganze Straßen mit jungen und weniger jungen Menschen, in Aladin-Hosen mit Elefanten-Muster und T-Shirts mit dem Chang-Logo. Die Bier-Bong gehört wahrscheinlich genauso dazu, wie das übertrieben angetrunkene Lachen.
Zu dem allen mischte sich während unserer Aufenthaltzeit noch die Trauer der Bevölkerung ob des Todes ihres Königs. Ein Trauerschleier, den ich als Ausländer mit einer gewissen Skepsis und gleichzeitig Bewunderung betrachtete. Keine U-Bahn-Fahrt ohne die bedrückende Musik und die Bilder des verstorbenen Monarchen. Große Abbildungen an jeder Straße mit Fotografien und Danksagungen seiner Bevölkerung, die sich zu einem Großteil tatsächlich komplett schwarz kleidete.
So richtig einordnen konnte ich Bangkok nicht. Diese Mischung war so vielfältig, dass ich eine neue Schublade in meinem Kopf kreieren musste. Oder vielleicht sollte ich die Schubladen besser komplett abschaffen?

Was macht man in Bangkok?

Sicherlich kann man sehr viel mehr sehen, als wir während unseres Aufenthalts. Aber wir waren mit folgender Auswahl ganz zufrieden:

Wat Pho
Die Hauptattraktion in diesem buddhistischem Tempel (Wat) ist der liegende Buddha. Diese 46 Meter lange goldene Statue soll das Übertreten des Buddha ins Nirvana nach seinem Tod darstellen.

Rund um den Tempel befinden sich zahlreiche Türme, Chedis genannt. Sie sind die thailändische Variante der Stupa, buddhistische Heiligenstädte. Buddha findet man an jeder Ecke, meist in Form von nebeneinander gereihten Statuen.

Chinatown
Enge Straßen, Straßenstände und Geschäfte mit Bergen an Plastikbilligwaren – so könnte man Chinatown beschreiben. Anfang des 20. Jahrhunderts ließ sich hier die chinesische Bevölkerung Thailands nieder. Noch heute findet man eine hohe Anzahl von Chinesen in diesem Viertel. Für mich war das ein Teil der Stadt mit dem meisten Flair. Es hat sehr viel Spaß gemacht, sich durch die Straßen treiben zu lassen, Märkte anzuschauen und natürlich leckere Dinge zu essen.

Flower Market (Pak Khlong Talat)
Pak Khlong Talat ist der wichtigste Blumenmarkt in Bangkok. Nick und Allison, die wir in Vietnam kennengelernt hatten, gaben uns diesen tollen Tipp. Die strahlenden Farben der tausenden Blumen, die hier täglich vor allem für religiöse Zwecke verkauft werden, sucht seinesgleichen. Neben Blumen gibt es auf dem Marktgelände natürlich auch Lebensmittel und viele viele Ananans zu kaufen.

Bootsfahrt über den Chao Pray

Auch sehr empfehlenswert ist eine Bootsfahrt in Thailand.  Wir taten dies vom Fährenterminal Tha Thien aus. Auf der anderen Seite des Flusses befand sich der Arun Tempel, auch Tempel der Morgendämmerung genannt. Ein paar Meter weiter konnten wir dann ein Boot nehmen, das den Fluss Richtung Zentrum hinabfuhr. Ein Ticket bekamen wir an Bord bei einer Frau, die vor jeder Haltestelle rumging und bei den Leuten kassierte, die aussteigen wollten. Wir hatten auf keinen Fall die gemütliche Touristenschifffahrt gebucht, sondern befanden uns eher auf der Alltagsfähre. Das merkte man daran, dass bei jedem Halt die Passagiere rein- und rausgetrieben wurden. Keine Zeit für Trödeleien! Wir fanden es aber wesentlich besser als jede Touri-Bootsfahrt.

Khao San Rd
Khao San Road ist das Backpacker-Paradies in Bangkok. 400 Meter geballte Hostels, Bars, Restaurants und Markstände, die alle auf die Bespaßung der Touristen ausgelegt sind. Noch bekannter wurde die Straße durch den Film The Beach. Unsere Welt war das nicht so ganz, obwohl ich Henne wirklich gerne dazu gebracht hätte, ein Chang-Shirt zu kaufen. Am meisten irritiert hatten mich die Männer, die uns Tickets für Ping-Pong-Shows verkaufen wollten. „Das hat nicht wirklich viel mit Tischtennis zu tun“, erklärte mir Henne. Es handelt sich dabei um eine Show, bei der Frauen alle möglichen Dingen zwischen ihre Beine verschwinden lassen und wieder hervorholen. Das Ganze ist sehr umstritten und in ein paar Bereichen in Thailand sogar verboten.

Was gibt’s zu essen in Bangkok?

Es erstaunt euch sicher nicht, wenn ich sage, dass thailändisches Essen gigantisch lecker und Bangkok eine Oase von tollen Restaurants und Essensständen ist. Hier ein paar unserer Highlights:
Khaotom Bawon
Kurz Gesagt: Gutes thailändisches Essen für wenig Geld. Hier haben wir zum ersten Mal Durian-Eiscreme gegessen. Nach den ersten zwei Löffeln hatte man sich an den etwas merkwürdigen Geschmack gewöhnt und dann schmeckte es wirklich gut!

Roast

Dieses hübsche Restaurant befindet sich in der tollen Einkaufspassage „The Commons“. Es gibt dort zwar kein original thailändisches Essen, aber es war trotzdem sehr lecker.

Soul Food Mahanakorn
Mein Lieblingsrestaurant in Bangkok. Hier standen ganz außergewöhnliche thailändische Gerichte auf der Karte. Die geräucherte Aubergine mit Enteneiern, Koriander, Minze und Bacon war mein Favorit.

Above Eleven
Etwas versteckte Skybar mit einem gigantischen Ausblick auf die Stadt. Man sollte sich nur nicht von den vielen schicken Leuten irritieren lassen.
Nudelhaus in Ekkamai (ตือฮวนอรุณวรรณ)
Tolle Nudelsuppe oder der Klassiker Reis mit Schweinefleisch für wenig Geld.

Kenshin Izakaya
Entspannte Sake-Bar mit nettem Interieur. Es gibt kleine japanische Gerichte und große Bierkrüge.

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